Kochen mit pfiff – das inklusive Koch-Erlebnis am 24. April

Kochen mit pfiff
– Das inklusive Koch-Erlebnis in der Kochschule Steirer

Dachau, 24. April 2016

Am Sonntag, den 24. April 2016, fand das erste inklusive „Kochen mit pfiff“ im Restaurant / Kochschule Steirer statt. In Zweier-Teams zauberten Menschen mit und ohne Behinderung auf Einladung von Inhaber Artur Lackner und mit Unterstützung seines Steirer-Teams ein dreigängiges Menü, lernten sich beim gemeinsamen Kochen auf Augenhöhe kennen und hatten jede Menge Spaß.

Wir bedanken uns bei Nina Praun von den Dachauer Nachrichten für den schönen Artikel über das “Inklusionsrezept” – hier ihr Bericht des für alle bereichernden Tages: Dachauer Nachrichten vom 28. April – Kochen mit pfiff (pdf, 430 KB)

Pressemitteilung pfiff gGmbH:

Acht bekannte Persönlichkeiten aus dem Dachauer Land, darunter Oberbürgermeister Florian Hartmann, fanden sich um 14 Uhr zusammen mit acht Menschen mit einer Behinderung, die regelmäßig an Angeboten der pfiff gGmbH (Partner für Familienunterstützung, Inklusion, Fachberatung und Freizeit) teilnehmen, in der Kochschule Steirer ein, wo sie von Gastgeber Artur Lackner und Bettina Wagner, der Leiterin von pfiff, begrüßt wurden.

Lackner stellte den Koch-Teams die Aufgabe vor:

Bis 17.30 Uhr musste das Drei-Gänge-Menü, bestehend aus gefüllten Egerlingen auf Linsen- und Vogerlsalat zur Vorspeise, dem Hauptgang Putenroulade mit Erdäpfelnockerln und der Nachspeise Topfenknödel mit Nougatfüllung fertig sein. Keine leichte Aufgabe, aber dank der Unterstützung des engagierten Profi-Teams machbar. Es wurde fleißig Gemüse geschnippelt, Teig geknetet, Nockerl und Knödel geformt und so entstand eine angenehme und zwanglose Atmosphäre, bei der sich alle schnell kennenlernten. So erzählte Oberbürgermeister Hartmann von seinen Hobbies – er hat zu Hause eine Modelleisenbahn, die er von seinem Großvater geerbt hat. Auf den Einwand, dass dies doch eher ein Hobby für ältere Leute als ihn sei, entgegnete er schlagfertig, dass üblicherweise ja auch nur ältere als er Oberbürgermeister sind und erntete so einige Lacher.

Um 17:30 Uhr war es dann soweit: Zusätzlich zu den Koch-Teams konnten noch einige Gäste, darunter Angehörige der pfiff-Köchinnen und Köche sowie der gesamte Stiftungsvorstand der Viktoria-von-Butler-Stiftung, Michaela Streich, Markus Holl und Markus Tolksdorf, begrüßt werden. Sie alle konnten das „Inklusive Menü mit pfiff“ genießen.

Satt und zufrieden waren sich zum Ende des rundum gelungenen Tages alle einig, dass das „Kochen mit pfiff“ unbedingt wiederholt werden sollen, um so Barrieren in den Köpfen abzubauen und das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung zu fördern.

Die Kochteams waren:

Für Nadine Wrany, eine junge Frau aus Haimhausen, die in der Münchner Pfennigparade arbeitet, war von Anfang an klar „„Dann koche ich mit dem Oberbürgermeister!“, so stand das erste Koch-Tandem bereits fest.

Auch Kai Kühnel, der Stellvertreter von Oberbürgermeister Florian Hartmann, tauschte an diesem Tag die Politik gegen den Kochlöffel ein und stellte sich der Koch-Aufgabe zusammen mit Jamina Hentschel, die in einer Wohngruppe des Franziskuswerk Schönbrunn in Dachau lebt.

Richard Reischl, 1. Bürgermeister von Hebertshausen, hatte Verstärkung beim Kochen durch Melanie Kalinasch, die ebenfalls in einer Dachauer Wohngruppe des Franziskuswerk Schönbrunn lebt.

Mit viel Enthusiasmus dabei war auch die Schauspielerin Daniela März (bekannt u.a. aus „Dahoam is dahoam“ und „Rosenheim-Cops“), die sich freute, David Grüner näher kennenzulernen, einen jungen Mann mit Down-Syndrom aus Gröbenzell, der ihr gleich seine Lieblingsfotos auf dem Handy zeigte.

Während eine Gruppe kochte, hatte die andere Gruppe jeweils Zeit, einander besser kennenzulernen. So erfuhr die Dachauer Keramikerin und Künstlerin Claudia Flach einiges über ihren Kochpartner Tobias Wolf, der in der Schönbrunner Schreinerei arbeitet und in seiner Freizeit sehr gerne Computerspiele spielt und Musik hört.

Der Vierkirchener Unternehmer Josef W. Karl, der auch dem Stiftungsrat der Viktoria-von-Butler-Stiftung angehört, hatte Gelegenheit, sich mit Renate Schrehardt, einer Rentnerin, die vom Franziskuswerk Schönbrunn ambulant begleitet wird, über Lieblings-Urlaubsziele auszutauschen.

Thomas Prange, der ebenfalls im ambulant betreuten Wohnen des Franziskuswerk Schönbrunn lebt, erzählte Petra Schafflik von der Süddeutschen Zeitung von seinen vielfältigen Hobbies, wie zum Beispiel der aktiven Mitarbeit in der Feuerwehr Schönbrunn und seiner Leidenschaft für den BVB. Auch wenn seine Leidenschaft für dieses Team niemand anderes teilte, punktete Thomas mit seinen Fertigkeiten in der Küche – ihm gelang es, die Karotten für die Füllung der Egerlinge besonders fein zu schneiden.

Nina Praun vom Münchner Merkur arbeitete in der Küche mit Julia Weiß zusammen, einer jungen Frau mit Down-Syndrom – gemeinsam formten sie mit viel Mehl und viel Spaß Topfenknödel für die Nachspeise.